Kirchgemeindeversammlung vom 20. November 2025
Die Herbstversammlung der katholischen Kirchgemeinde Wallisellen stand ganz im Zeichen der Finanzen: Das Budget für 2026 wurde ohne Gegenstimmen angenommen, ebenso der unveränderte Steuerfuss von 8 Prozent. Diese stabile Ausgangslage ermöglicht der Kirchgemeinde weiterhin eine verlässliche Planung.
Die katholische Kirchgemeinde Wallisellen, Dietlikon, Wangen-Brüttisellen steht finanziell auf soliden Beinen. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich das budgetierte Ergebnis um nur 1000 Franken verändert. «Das sieht so aus, als ob wir nicht viel gemacht hätten – aber das Gegenteil ist der Fall», erklärte Finanzvorstand Renato Hutter bei der Vorstellung des Voranschlags für 2026. In den beiden Pfarreien in Wallisellen und Dietlikon sowie in der Kirchenpflege sei in der Budgetdiskussion jedes der fast 300 Einzelkonten sorgfältig durchleuchtet und besprochen worden: «Das bedeutet jeweils viel Arbeit für alle Beteiligten.»
Mehr Ausgaben als Einnahmen
Im kommenden Jahr wird die katholische Kirche voraussichtlich mehr ausgeben als einnehmen. Einem zu deckenden Aufwandüberschuss von 4.039 Mio. Franken stehen geschätzte Steuereinnahmen von 3,724 Mio. Franken gegenüber. Daraus resultiert ein Aufwandüberschuss von rund 315’000 Franken. Dank der soliden finanziellen Basis kann der Fehlbetrag nach wie vor gut aus eigenen Mitteln gedeckt werden. Eine Erhöhung des Steuerfusses ist deshalb im Moment nicht notwendig und sowohl die RPK als auch die Kirchenpflege empfahlen, den Steuerfuss vorerst bei 8 Prozent zu belassen. Die 36 im Pfarreizentrum St. Michael anwesenden Kirchgemeindemitglieder folgten diesen Anträgen und genehmigten sowohl das Budget für 2026 als auch die Beibehaltung des Steuerfusses einstimmig und ohne Diskussion.
Wallisellen zahlt kräftig in den Finanzausgleich
Wie der Kanton Zürich bei den Gemeinden, wendet auch die katholische Kantonalkirche ein Finanzausgleichssystem für ihre Mitglieder an: Dabei werden bei Gemeinden, deren Steuerkraft über dem Durchschnitt liegt – wie das bei Wallisellen der Fall ist – finanzielle Mittel abgeschöpft. Dieses Geld geht an Kirchgemeinden, die mit ihren Erträgen die Ausgaben, die sie zur Erfüllung ihrer Aufgaben benötigen, nicht decken können. Aufgrund ihrer Schwankungen sind sowohl die Steuereinnahmen wie der direkt von ihnen abhängige Finanzausgleichsbeitrag schwer vorauszusagen. «In diesem Bereich stimmt unser Budget deshalb fast nie», erklärte Renato Hutter. Fest steht hingegen, dass Wallisellen künftig noch mehr in den Finanzausgleich und die Zentralkasse einzahlen muss: Die vom Synodalrat beschlossene Senkung des Normsteuerfusses um 1 Prozent führt zu mehr Nehmergemeinden und erhöht die Abschöpfung bei den «reicheren» Gemeinden. Die Kantonalkirche wird für das Jahr 2026 einen Teil der Kosten zur Entlastung ihrer Mitglieder übernehmen. «Doch wenn dieser Beitrag 2027 wegfällt, müssen wir nochmals rund 15% mehr in den Finanzausgleich einzahlen», sagte der Finanzvorstand.
Weniger Investitionen als in den Vorjahren
Im kommenden Jahr sollen in Dietlikon die Wohnung des Sakristans renoviert sowie die Schliessanlage erneuert werden. Ausserdem sind im Rahmen des Umweltmanagementsystems «Grüner Güggel» verschiedene Massnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz der beiden Pfarreien vorgesehen. Dafür wurden 145’000 Franken vorgesehen. Dass die budgetierten Investitionen mit diesem Betrag deutlich geringer ausfallen als in den Vorjahren hat zwei Gründe: Zum einen konnten in den vergangenen Jahren einige Investitionsprojekte erfolgreich durchgeführt werden. Zum anderen möchte die Kirchenpflege zu Beginn der neuen Amtsperiode der neuen Verwalterin oder dem neuen Verwalter der kircheneigenen Liegenschaften Zeit geben, sich in die Materie einzuarbeiten.
Neuwahlen in der Kirchenpflege
An der nächsten Kirchgemeindeversammlung vom 28. Mai 2026 werden Neuwahlen in die Kirchenpflege durchgeführt, nachdem neben Liegenschaftenvorstand Richard Pfister auch der langjährige Aktuar und IT-Verantwortliche Juan Camenzind aus Wallisellen die Behörde verlassen wird. Die Präsidentin der Kirchenpflege, Anne-Catherine de Loë, nutzte deshalb auch gleich die Gelegenheit, um sich im Anschluss an den offiziellen Teil an die Anwesenden zu wenden mit der Bitte, die Behörde bei der Suche nach geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten aktiv zu unterstützen. Gesucht werden zwei Personen aus Wallisellen, Dietlikon oder Wangen-Brüttisellen mit Erfahrung im Immobilienbereich beziehungsweise in der Informationstechnologie. Mit Danica Mathis und Marc Bayer treten auch zwei langjährige, verdiente Mitglieder der RPK zurück – hier wird noch eine Person mit Finanzkenntnissen gesucht.
Mitteilungen aus der Pfarrei
Pfarrer Narcisse Elenga konnte den Anwesenden berichten, dass sich die Pfarrei St. Antonius nach einem turbulenten Sommer wieder in ruhigerem Fahrwasser befindet. Nach dem überraschenden Abgang der Sozialdiakonin konnte mit Aimée Fehr eine kompetente Nachfolgerin gefunden werden, die sich bereits bestens ins bestehende Team eingefügt und schon erste Spuren in der Altersarbeit hinterlassen hat. Im Gottesdienst zum 1. Advent wird die neue Mitarbeiterin offiziell begrüsst und der Gemeinde vorgestellt. Ausserdem berichteten Anne-Catherine de Loë und Guido Egli, der vor zwei Jahren zum Präsidenten der Synode gewählt wurde, noch gemeinsam von den Geschäften aus einem spannenden Amtsjahr der Synode.
Nach 28 Jahren in den Ruhestand
Vor dem Apéro durfte Anne-Catherine de Loë noch eine besondere Verabschiedung vornehmen: zum letzten Mal hatte Carmine Coiro eine Kirchgemeindeversammlung vorbereitet: Nach rekordverdächtigen 28 Dienstjahren als Hauswart und Sakristan in St. Michael wird er Ende Januar seinen wohlverdienten Ruhestand antreten. Die Suche nach einem Nachfolger ist auf gutem Weg.