Die Versammlung der katholischen Kirchgemeinde Wallisellen bestätigte Anne-Catherine de Loë als Präsidentin der Kirchenpflege und wählte mit Tanja Schellenberg Feldmann aus Wangen und dem Walliseller Markus Ritter zwei neue Mitglieder. Die Jahresrechnung mit kleinem Aufwandüberschuss wurde einstimmig genehmigt.
Vor vier Jahren wurde die Dietlikerin Anne-Catherine de Loë als erste Frau an die Spitze der Kirchenpflege der katholischen Kirchgemeinde Wallisellen gewählt. An der Kirchgemeindeversammlung vom vergangenen Donnerstag, die den Abschluss der alten und den Beginn einer neuen Legislatur markierte, wurde sie von den 44 Stimmberechtigten mit Applaus wiedergewählt.
Da sich zwei Mitglieder der Kirchenpflege zum Rücktritt entschieden hatten, waren Neuwahlen fällig. Nach drei Legislaturen respektive 12 Jahren in der Kirchenpflege legte Liegenschaftenvorstand Richard Pfister sein Amt nieder. Als gelernter Zimmermann, Inhaber und Geschäftsführer einer Schreinerei und Zimmerei brachte der Familienvater viel Fachkenntnis in sein Ressort ein und sorgte dafür, dass die Immobilien der Kirchgemeinde stets gut «in Schuss» blieben. Mit seiner kundigen Unterstützung wurden ausserdem verschiedene kleine und grosse Bauprojekte realisiert wie zum Beispiel die Erneuerung der Gebäudehülle der Kirche St. Michael, die Montage von Solarpanels in Dietlikon und Wallisellen, der Bau des neuen Kirchturms in St. Michael oder die Erneuerung der Glasfenster in St. Antonius.
Angelika Nido Wälty war 2022 als Protokollführerin in die Kirchenpflege gewählt worden. Zuvor hatte sie bereits während einiger Jahre die Öffentlichkeitsarbeit der Kirchgemeinde mitbetreut und unzählige Artikel und Texte sowie zwei Jubiläumsschriften verfasst. Nach über 700 Seiten Protokoll verabschiedete sie sich aus der Behörde, um ihre Zeit künftig anderen Projekten zu widmen.
Baujuristische und IT-Fachkenntnisse
Obwohl es immer schwieriger wird, Menschen für ein öffentliches Amt zu gewinnen, ist es der Kirchenpflege gelungen, die beiden vakanten Sitze wieder zu besetzen.
Einstimmig und mit Applaus wurde die 47-jährige Tanja Schellenberg Feldmann aus Wangen gewählt. Die auf Bau- und Immobilienrecht spezialisierte Juristin mit eigener Beratungsfirma tritt ihr Amt hoch motiviert an. «Die katholische Kirche hat mich mein Leben lang begleitet. Die Institution entspricht mir, weshalb ich mich gerne zur Verfügung stelle und mein Bestes geben werde, die Kirchenpflege mit meinem fachlichen Hintergrund zu unterstützen», sagte die zweifache Mutter.
Themen wie Digitalisierung und Datenschutz gewinnen auch für die katholische Kirche zunehmend an Bedeutung. Mit Markus Ritter erhält die Behörde in diesen Bereichen fachkundige Unterstützung. Der 62-jährige Walliseller, der sich seit mehreren Jahren in der Pfarrei St. Antonius engagiert, bringt als Informatiker wertvolles Know-how mit. «Ich habe Respekt vor diesem Amt, freue mich aber auch auf das Abenteuer», sagte Markus Ritter. Die Versammlung wählte auch ihn einstimmig und mit Applaus. Ebenfalls in ihrem Amt bestätigt wurden die bisherigen Kirchenpflegemitglieder Aron Braun, Wallisellen, Juan Camenzind, Wallisellen, Renato Hutter, Dietlikon und Georges Ulrich, Brüttisellen.
Verstärkung auch für die RPK
Wie in der Kirchenpflege kam es auch in der Rechnungsprüfungskommission (RPK) zu zwei Rücktritten. Mit Danica Mathis aus Wallisellen und Marc Bayer aus Dietlikon schieden zwei langjährige und verdiente Mitglieder aus der Behörde aus.
Auch für die beiden frei werdenden Sitze konnten eine Nachfolgerin und ein Nachfolger gefunden werden. Einstimmig gewählt wurden die 21-jährige Bankangestellte und Finanzstudentin Varsha Madan aus Wangen sowie der 51-jährige László Szobotka aus Dietlikon, der als Health & Safety Manager bei Coca-Cola tätig ist.
Zum neuen Präsidenten der RPK wählte die Versammlung Markus Reck, der dieses Amt bereits in der politischen Gemeinde ausübt. Er übernimmt die Funktion von Markus Roth, der dem Gremium weiterhin angehört. Ebenfalls wiedergewählt wurde Jeevan Areekal.
Solide finanzielle Basis
Nach den personellen Weichenstellungen stand mit der Jahresrechnung 2025 das wichtigste Sachgeschäft des Abends auf der Traktandenliste. Finanzvorstand Renato Hutter präsentierte eine Rechnung, die besser ausfiel als erwartet: Statt des budgetierten Minus von 313’000 Franken resultierte bei einem Gesamtaufwand von 4,87 Mio. Franken und einem Gesamtertrag von 4,70 Mio. Franken ein Aufwandüberschuss von rund 167’000 Franken.
Für das bessere Ergebnis sorgten vor allem höhere Steuererträge von Unternehmen. Besonders ins Gewicht fielen dabei die sogenannten aktiven Steuerausscheidungen. Sie entstehen, wenn Firmen ausserhalb des Kirchgemeindegebiets ihren Hauptsitz haben, aber in Wallisellen, Dietlikon oder Wangen-Brüttisellen wirtschaftlich tätig sind, beispielsweise mit einer Produktionsstätte oder einem Ladengeschäft. Ein Teil der entsprechenden Steuererträge fliesst in solchen Fällen an die Kirchgemeinde. Ihre finanzielle Lage bleibt damit komfortabel: Sie ist schuldenfrei und hat über 3,3 Millionen Franken im «Kässeli». Die Jahresrechnung wurde denn auch einstimmig genehmigt.
Beim anschliessenden Apéro fand der Abend einen gemütlichen Ausklang. Dabei bot sich Gelegenheit, auf die neue Legislatur anzustossen, langjährige Behördenmitglieder zu verabschieden und sich mit den neu Gewählten auszutauschen.